Verpasste Chancen
Von den ganzen fiesen Schlampen wie ACTA, SOPA und PIPA einmal abgesehen, möchte ich noch ein paar Worte zu Megaupload und den verpassten Chancen der Medienindustrie verlieren.
Kimble hin oder her, ob das Abschalten der ganzen Megaupload-Geschichte sauber gelaufen ist, darüber lässt sich streiten. In meinen Augen war es das nicht, aber das müssen andere entscheiden. Mir geht es darum, dass hier ein riesiger Industriezweig nur am rumheulen ist, obwohl die Lösung – die wahrscheinlich sogar beide Seiten befriedigen würde – doch vor deren Nase liegt. Als Hauptargument wird immer aufgeführt, dass Megaupload, wie auch Kino.to oder eben ein beliebiger anderer Dienst, mit „illegalen Machenschaften Millionen verdient“. Was sagt uns das? Die Leute wollen für Content bezahlen! Aber eben nicht die Mondpreise der Medienindustrie. Wieso geht es nicht in die Köpfe der Managerbonzen, dass sie diese Millionen auch verdienen könnten, sie müssen nur eben auch einen solchen Dienst starten! Wichtig ist hierbei natürlich: Ohne DRM. Viele Formate. So dass der Kunde die Auswahl hat. Einfach bezahlen und herunterladen.
Über die Preise muss natürlich geredet werden. Es wird immer die Die-Hard-Sauger geben, für die selbst 1 Cent zu viel ist. Die Preise, die jedoch aktuell verlangt werden, sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Angebot und Nachfrage heißt es doch immer. Dann passt euch doch endlich auch mal an, ihr Geizhälse von der Industrie. Für die aktuellen Beträge will nun einmal keiner mehr etwas kaufen, also senkt die Preise! Auch die Vertriebswege haben sich geändert. Was bei Musik mittlerweile einigermaßen angekommen ist, der digitale Vertriebsweg. Auch bei Computerspielen sind die Angebote attraktiv, aber nicht immer. Aktuelles Beispiel: Für „Modern Warfare 3“ muss man bei Steam ganze 59,99 € bezahlen. Das Spiel hat keine jahrelange Entwicklungszeit hinter sich, benutzt noch immer die mehr oder weniger gleiche Engine wie seit Jahren und ist einfach Fließbandware. Daran kann der Preis also nicht liegen. Hinzu kommt die digitale Distribution, ohne Lager- und Logistikkosten, ohne Verpackung usw. Somit müsste das Spiel also eigentlich nochmal billiger sein.
Es gibt für die Industrie mehrere Möglichkeiten. Jegliche beinhaltet das Weglassen von DRM in jeder Form und eine Auswahl an Formaten:
Kulturflatrate:
Vereinfacht gesagt, zahlt man z.B. einen bestimmten monatlichen Betrag und darf dafür in Tauschbörsen oder bei One-Click-Hostern oder wo auch immer legal Sachen herunterladen. Mit der Pauschalabgabe sind diese Downloads abgegolten. Preislich könnte sich dies im Rahmen bis zu maximal 50 Euro bewegen (meiner Meinung nach).
Dies wird die Industrie aber nicht mitmachen, da man ja Angst hat, nur noch (fiktive, schnell ausgedachte Zahl) 250 Millionen zu verdienen, statt 500 Millionen. Und mal ehrlich, wer kann schon von 250 Millionen leben? Peanuts! Und solange man von der Schwachsinnigen Annahme ausgeht, dass jeder Download ein durch die Lappen gegangener Kauf ist, wird sich das Milchmädchen sowieso freuen…
Preissenkung:
Kurz und knapp: Macht euren Scheiß billiger! Und damit meine ich nicht nach langem kalkulieren um 2 Euro billiger, sondern massiv. Die Masse macht’s! Beispiel Appstore am Handy. Ich kaufe eher 5 Mal eine 80 Cent App, als dass ich bei einer 4 Euro App zuschlage. Das klappt auch bei Steam immer sehr gut. Bei der „Midweek Madness“ oder Aktionen z.B. an Weihnachten, werden die Preise extrem gesenkt und ich kenne viele, die das komplette Jahr nichts gekauft haben, bei solchen Aktionen dann direkt fünf Spiele auf einmal, weil man die Angebote einfach nicht ausschlagen kann. Und auch im Kino sollte ein Umdenken stattfinden. Ich gehe gerne ins Kino. Wirklich. Aber mit 3D-Schmonz, Reservierung etc ist man bei 14 Euro pro Karte, bei Überlänge kann man vielleicht noch einmal 50 Cent draufschlagen. Und von Popcorn und Cola wollen wir mal gar nicht reden…Ich denke ihr wisst, worauf ich hinauswill…
Nichts tun:
Die Industrie kann weiter so verfahren wie bisher. Teure Erzeugnisse, starre Strukturen. Die Leute werden weiter saugen, die BWL-Fuzzies weiter weinen. *mimimi*
Fazit: Liebe Content-Mafi..ääm… liebe Industrie:
Stellt selber einen Dienst auf die Beine, ohne DRM-Gängelung, mit einer Vielfalt an Formaten und attraktiven Preisen (ggf. Flatrate) UND HÖRT AUF ZU HEULEN!
Anarchox am Januar 27th 2012 in Aufreger
Nein, ich bin beim Titel nicht auf der Tastatur eingeschlafen. Das Spiel um das es hier geht, heißt tatsächlich so. Es bezeichnet die Dimension, in der ein Captain und seine Crew gestrandet sind und jetzt irgendwie wieder herausmüssen. Hierzu müssen die verschollenen Crewmitglieder allerdings eingesammelt werden. Klingt nicht wirklich aufregend – ist es auch nicht. Muss es aber auch nicht sein. Das Kernstück des Spiels ist das Gameplay, dass an alte Tugenden anknüpft und einfach nur verdammt schwer ist. Unsere Figur kann nicht springen, sondern durch eine Actiontaste, namensgebend die Taste V (oder eine Auswahl anderer Tasten), die Schwerkaft umdrehen und somit an der Decke landen und entlanglaufen, bis die Taste wieder gedrückt wird. Grafisch wird das ganze absolut minimalistisch präsentiert. Was will man auch von einem Spiel erwarten, dessen Ladescreen aussieht wie der eines alt ehrwürdigen C64? Das ganze Spiel ist ein Kniefall an die gute, alte Zeit. Ebenso ertönt wunderbarste Chiptune Musik dabei aus den Boxen (die man
Nicht nur grafisch orientiert sich das Spiel an längst vergessenen Tagen, auch der bereits erwähnte Schwierigkeitsgrad lässt einen manchmal gerne in die Tastatur beißen. Eben so wie früher. Heute wird man von einer Scriptsequenz zur nächsten Geschickt, erlebt mehr einen interaktiven Film als eine Herausforderung. Es war damals Alltag eines Spielers. Bestimmte Stellen immer und immer wieder, bis man es geschafft hat. Aber man war nicht frustriert. Man hat es versucht und irgendwann geschafft. Und man war stolz auf sich! Ich merke es heute doch selbst, wie verwöhnt man ist. Ist man irgendwo gescheitert und womöglich ist der letzte Checkpoint weiter weg, gebe ich oftmals auch nach wenigen Versuchen auf. Hätte es früher nicht gegeben. Und genau diesen Geist weckt auch VVVVVV in einem wieder zum Leben! “Ähnlich wie in “