Monatsarchiv für April 2007

Superstau

Ich erlebe es fast täglich. Eineinhalb Stunden über die Autobahn nach Hause. Jede Verzögerung nervt und raubt einem wertvolle Minuten vom wohlverdienten Feierabend. Und doch fast alle drei km muss man aus voller Fahrt abbremsen. Stockender Verkehr oder sogar Stau. Seltener ist es ein Unfall, meistens diese nerv tötenden Baustellen, deren Notwendigkeit man sowieso nicht sieht. Beispiel: A6 Mannheim – Kaiserslautern. In der Höhe Grünstadt. Fast ein ganzes Jahr lang von drei Spuren runter auf eine. Im Feierabendverkehr heißt das, wenn es hoch kommt 20-30 Minuten mehr einplanen. Navigationsgerät sei Dank konnte ich einen Umweg finden. Zehn Minuten länger, 15 km weiter, aber Hauptsache man fährt. Ohne still zu stehen, was gerade im Sommer kein Vergnügen ist. Irgendwann aber bin ich dann doch noch einmal den regulären Weg gefahren und habe freudig festgestellt, dass diese riesen Baustelle von einem Tag auf den anderen Verschwunden war. Drei Spuren schimmernder Beton erstrecken sich bis zum Horizont. Endlich! Gas!

Das ganze hielt zwei Wochen.

Wieder einspurig. Wieder Baustelle. Wer macht sowas? Und warum? Gut, mittlerweile ist diese Baustelle auch wieder weg, aber die gesamte Strecke ist voll mit kleineren 80er Zonen. Die Leitplanken müssen erneuert werden. Sind doch noch gut?! Mich fragt ja (zum Glück?) keiner. Wenn alle Stricke reißen, wird halt wieder ein Umweg per Navi gesucht. Laut einem Bericht den ich vor ein paar Tagen erst gesehen habe, solle man doch auf jeden Fall im Stau bleiben, da der eventuelle Umweg unbekannt ist, man sich verfahren kann oder dort weitere unvorhergesehene Hindernisse auf einen warten können. Ganz ehrlich, ich fahre lieber den zehn Minuten längeren Umweg, als das ich Ewigkeiten rumstehen muss. Richtig schön sind auch komplette Autobahnsperrungen. Erst einmal steht man. Und steht. Und steht. Bei meiner letzten Vollsperrung die ich miterleben durfte, hat es geschlagene dreieinhalb Stunden gedauert, bis die Polizei bekannt gab, dass die Autobahn komplett dicht ist. Ja, JETZT darf man auch umdrehen und zurückfahren. Am liebsten wäre ich wieder zurück in die Firma, dort auf meinem gemütlichen Bürostuhl eingeschlummert. Nach mittlerweile fast 4 Stunden Verspätung konnte ich zuhause sowieso nicht mehr viel anfangen. Also kann ich doch gleich ins Büro zurück. Nein, wieder einmal hat sich das Navi rentiert und mir dann in entgegengesetzter Richtung noch einen mehr oder weniger schnellen Weg aus der Stadt gewiesen. Da ich eh nie Geld oder Zeit für einen Urlaub habe, trifft mich ein Stau zur Ferienzeit nur selten. Aber da hätte ich wenigstens mehr Zeit, da tickt keine Uhr. Schließlich hat man Urlaub. Alles Ansichtssache. Der nächste Stau kommt bestimmt, wie lang er auch sein mag. Anfangs versuche ich immer ruhig zu bleiben. Ich kann es ja doch nicht ändern. Das klappt dann auch meistens. Die ersten fünf Minuten. Danach würde ich dann so langsam anfangen ins Lenkrad zu beißen, aber Kunstleder ist nicht wirklich mein Geschmack. Ihr kennt das ja.

Man sieht sich im nächsten Stau ;)

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Anarchox am 30. April 2007 in Aufreger, Real-Life

Weltherrschaft

Zurzeit kann man bei Chip und in der guten, alten Wikipedia etwas lesen, was viele Experten schon „befürchtet“ haben: Google regiert das Internet! Ich bin mal so frei und weite diesen Satz auf „Google regiert die Welt“ aus. Warum, dazu gleich mehr. Es ist doch dieser typische Traum. Zwei intelligente Collegestudenten bauen mit ein wenig geliehenem Geld ein Unternehmen aus dem Nichts auf, an das nur die wenigsten geglaubt haben. Heute sind sie Milliardäre. Und es kommt noch besser, ich zitiere die aktuell letzten beiden Zeilen von Wikipedia:


23. April 2007: Google ist die wertvollste Marke der Welt vor General Motors, Microsoft und Coca-Cola.

26. April 2007: Google hat die meisten Besucher im Internet vor Microsoft, Yahoo, Time-Warner (AOL), eBay, Wikipedia.

Letztere News ist eigentlich nur die logische Konsequenz aus all dem vorherigen. Aber hallo, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Coca-Cola verdrängt. Eine „Internetseite“ verdrängt eine Weltmarke, die man sogar bis in den tiefsten Busch in Afrika kennt. Gut, auch GM und Microsoft sind nun vor Coca-Cola, das sollte man nicht übersehen. Es ist jedoch wirklich eine beachtliche Leistung von Google. Diese Suchmaschine ist toll. Man findet mehr, als auf anderen Suchmaschinen zusammen. Der ausgeklügelte Algorithmus namens „PageRank“ macht’s möglich. Und schon fließt das Geld in die Kassen. Dabei gibt es mittlerweile noch zig Sonderdienste. Google Earth, Picasa, ja sogar das Wissen ganzer Bibliotheken will man scannen und digital verfügbar machen. Klingt super, was?

Aber…

Das hat natürlich seinen Preis. Bringen wir es doch auf den Punkt. Google weiß alles. Anhand unserer Suchbegriffe kann man sich irgendwann ein wunderbares Persönlichkeitsprofil von uns basteln. Man stelle sich einmal vor, Google würde mit Amazon fusionieren… Suchbegriffe aller Art gepaart mit dem geballten Wissen über unser Kaufverhalten… Ich schweife ab, die beiden Firmen verstehen sich sowieso nicht wirklich gut. Es wird natürlich hoch und heilig behauptet, dass die gesammelten Daten niemals die Rechenzentren verlassen. Es bleibt jedem selbst überlassen, sich auszumachen, was man mit diesen Daten alles anfangen kann. Von einfacher, zielgruppengerechter Werbung bis zum Aufklären von Straftaten (auch jenseits des Internets) sind die Möglichkeiten vielfältig. Das Wissen der Welt und die Interessen seiner Bewohner gehören Google. Google regiert die Welt. Information ist Macht, das war schon immer so. Das Google einen Internetdienst nach dem anderen aufkauft und ich vor kurzem irgendwo gelesen habe, dass sogar eigene Satteliten gekauft werden sollen (leider keine Quelle), passt da doch wunderbar ins Bild. Jeder mag sich dieses Thema weiterspinnen wie er möchte.

Genug der Paranoia.

Auf zur nächsten Superlative. Um diese ganzen Daten zu verwalten, zu speichern und eventuell ja doch auszuwerten ist selbstverständlich eine wahnsinnige Infrastruktur von Rechenzentren auf der ganzen Welt notwendig. Oder habt ihr jemals diesen ganz seltenen Fall erlebt, dass Google wirklich down war? Es kam schon vor, sicher, aber von so einem Rechnerverbund träumt jeder Riese der IT-Branche. Google hat ihn. Wo diese Kisten stehen und was sie können, ist natürlich geheim. Aber wenn man sich vor Augen hält, was Google „leistet“ wird einem klar, welch Rechenleistung da wohl bereit steht.

Zum Abschluss ein Link mit einem netten Filmchen, der auch die Amazon-Google Kooperation etwas weiterspinnt: Google 2015

Naja, bleibt paranoid und hinterfragt!

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Anarchox am 28. April 2007 in IT-Krempel

Lesestoff

Wer nicht immer nur seine Zeit vor dem Bildschirm verbringen möchte, für den habe ich noch ein paar leckere Buchtipps im Angebot:

(Mit Klick auf den Titel geht’s zur entsprechenden Seite bei Amazon)

Bram Stoker’s Dracula

Ein Buch von 1897. So alt? Ja, so alt. Aber ein Klassiker schlechthin und für Vampirfreaks sowieso ein Muss! Die Geschichte um den transsilvanischen Grafen wird nur in Form von Tagebucheinträgen, Briefen und niedergeschriebenen Tonbandaufnahmen der Protagonisten vorangetrieben. Was erst langweilig klingt, entwickelt während des Lesens ein wunderbares Eigenleben, da sich die einzelnen Fragmente der Story im Kopf zusammensetzen. Kein Splatter, sondern Gruseln mit Niveau und einer guten Portion Erotik. Der Film dazu ist übrigens auch zu empfehlen, auch wenn er natürlich niemals an dieses Meisterwerk herankommt.

Die Satanische Bibel

Jo mei. Das muss hier aber auch rein. Nicht erschrecken, nicht alles was böse klingt ist es auch. Im Gegenteil. Dieses Buch propagiert überraschenderweise positives Denken, eigenständiges Handeln und Verantwortungsbewusstsein, wie man es von einem „ach so bösen“ Satanisten nie erwartet hätte. Einfach mal ohne Vorurteile lesen, danach über die Klischees lachen. Punkt.

Culture Jamming

„Das Manifest der Anti-Werbung“ lautet der Untertitel. Der Name ist Programm. Kalle Lasn stellt in seinem Buch unsere verdammte Kommerzgesellschaft und ihre Folgen auf Menschen und Umwelt an den Pranger. Er zeigt auf, in welcher Situation sich die Gesellschaft zurzeit befindet, was man dagegen tun kann und wie das Leben sich verändern würde, wenn jeder auch nur einen Hauch von Widerstand gegen die geldgeile Industrie zeigen würde. Lesen, denken, handeln. Gut, für den Anfang reicht lesen und verstehen.

Weitere Buchtipps folgen irgendwann.

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Anarchox am 28. April 2007 in Lesestoff

Der Anfang

Die komplette Seite von misanthropisch.de als normaler Blog.

Für die Nörgler ;)

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Anarchox am 27. April 2007 in Interna