Up the Irons
Iron Maiden – 08.06.2007 – Ludwigshafen – Südweststadion
Diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt und mir direkt eine Karte für die eisernen Jungfrauen gekauft. Eine der größten Metalbands auf Erden gibt sich die Ehre und ich bin live dabei =)
Der Tag stand quasi unter dem Motto „Je später die Stunde, desto hochkarätiger die Gäste“, denn die Supportbands waren in dieser Reihenfolge: Lauren Harris, Mastodon, Papa Roach und In Flames. Aber eins nach dem anderen, erst einmal dorthin kommen.
Das Auto an der Firma abgestellt und mit dem Taxi rüber zum Stadion. Der bestellte Taxifahrer war innerhalb von fünf Minuten da, kannte aber den Weg nicht (und der ist Fahrer in dieser Stadt?) Unterwegs penetrierte er mich noch mit russischer Volksmusik auf voller Lautstärke, die ich noch länger ertragen musste, da er sich verfuhr. Zum Glück stellte er den tickenden Gebührenzähler aus und rundete den Preis schließlich nach unten ab. Aufgrund der Straßensperren bin ich dann die letzten paar Meter zum Stadion gelaufen. Fans waren noch nicht viele da, was sich natürlich schnell änderte. Vorher erlebte ich allerdings noch eine Überraschung: Die Security bestand zur Hälfte aus der IH-Security, die seinerzeit auch die Onkelz organisiert haben. Somit gab es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, unter anderem Thomas Hess, ein sehr guter Freund und Organisator der Onkelzkonzerte. Da fühlte man sich doch direkt wie zu Hause. Um 15 Uhr sollte Einlass sein. Also zu diesem Zeitpunkt noch drei Stunden. Die Sonne brannte, da ich keinerlei Flüssigkeit bei mir hatte, dehydrierte ich nur so vor mich hin und kann heute sogar einen leichten Sonnenbrand vorweisen, typisch, wenn Kellerkinder mal ans Licht kommen
Da ich eine Karte für die Haupttribüne hatte, war mir der Run auf die begehrten Innenraumplätze direkt vorne am Wellenbrecher egal. Dort wäre man als Otto-Normal-Fan auch nicht hingekommen. Denn irgendein Typ rannte mit einer Liste in der Hand herum und versammelte einen Kreis von Fans um sich, die daraufhin rosa Armbänder erhielten. Diese „besonderen Gäste von Iron Maiden“ wie es die Security nannte, durften eine halbe Stunde vor offiziellen Einlass schon rein und konnten sich in der ersten Reihe breitmachen. Irgendwann war es auch für uns soweit, 15 Uhr. Aufgrund des immer noch laufenden Soundchecks wurde der Einlass aber nochmal um ca. 30 Minuten verschoben. Bei dieser Hitze eine abartige Sache. Letztlich wurde aber natürlich alles gut und wir durften auch rein. Herrlich, Schatten auf der Haupttribüne. Die Ränge und der Innenraum, in dem verschiedene Snack- und Bierbuden standen füllten sich stetig. Eine halbe Stunde vor Zeitplan ging es dann auch schon los.
Die Tochter von Maiden-Gitarrist Steve Harris betrat die Bühne. Lauren Harris brachte durchschnittlichen Rock’n’Roll, nicht mehr und nicht weniger.
Griffiger wurde es dann bei Mastodon. Ich persönlich kannte die Band nicht und beim ersten Hören der Lieder blieb auch kein Stück hängen. Trotzdem reagierte auch das Publikum deutlich besser auf die Band als auf Lauren Harris.
Daraufhin legte Papa Roach los. Seit dem ersten, eigentlich sehr erfolgreichen Album „Infest“ hört man von den Jungs ja nicht mehr viel, auch wenn sie mittlerweile den vierten Silberling unters Volk gebracht haben. Meiner Meinung nach wird die Band sehr unterschätzt, was sich in diesem Liveauftritt nochmals zeigte, denn sie haben es eigentlich drauf. Das Publikum ging richtig mit, was natürlich auch an den bekannten Tracks wie „She loves me not“ und natürlich „Last Resort“ lag, die jeder mitgröhlen konnte, waren sie doch seinerzeit in den Charts damit vertreten. Live auf jeden Fall empfehlenswert.
In Flames. Eine Macht. Auf CD schon ein Brett, live der Hammer! Die Schweden wurden gefeiert wie keine andere Vorband an diesem Tag, man sah auch viele die sowieso im In Flames Shirt angereist sind.
Es waren viele Leute um 30+ anwesend, schließlich sind einige mit Maiden groß geworden. Aber auch Väter, die die kleinen Söhne dabeihatten, waren nicht selten. Ein bunt gemischter Haufen. Dann um 20:44 Uhr, fast eine dreiviertel Stunde nach der geplanten Anfangszeit (die Vorbands spielten bis länger als geplant), fiel der Vorhang und Iron Maiden rockten los. Die Setlist bestand aus vielen Stücken des neuen Albums, gemischt mit Klassikern aus ihrer ganzen Karriere. Hier musste man dann auch feststellen, dass Sitzplatz wirklich Sitzplatz bedeutete, denn die Security verwies jeden, der während eines Songs stand freundlich auf seinen Platz zurück .Die Stimmung war gut, die mit dem erklingen der ersten Töne von Maiden erheblich besser wurde, als noch bei den Supportacts. Hier merkte man aber deutlich das Durchschnittsalter des Publikums, denn nach der ersten Euphorie wurde es wieder merklich ruhiger. Bis zu der Mitte des Sets, da kam es dann…
Woe to you, oh earth and sea. For the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short. Let him who hath understanding reckon the number of the beast: for it is a human number, its number is six hundred and sixty-six.
Jede Einzelne Zeile wurde vom ganzen Stadion wie unter Hypnose mitgesprochen und nur das legendäre Riff, das darauf folgte, konnte die Massen aus diesem Zustand reißen und direkt in Begeisterung versetzen. The Number of the Beast live. Ein Klassiker. Das könnte höchstens noch Master of Puppets toppen, mal schauen
Das aufwendige Bühnenbild von Maiden konnte einen immer wieder von neuem überraschen, so fährt Eddie mit einem riesigen Panzer auf die Bühne, oder läuft als überdimensionaler Soldat mit Stahlhelm auf. Und Bruce Dickinson, wie er leibt und lebt, einmal als fahnenschwingender Trooper, ein andermal wie ein Flummi von der einen zur anderen Seite der Bühne. Nach einem Zugabeblock endete aber auch dieses Konzert irgendwann und die Wirklichkeit holt einen wieder ein. Nämlich mit dem Preis für ein Tourshirt, der sich auf verdammte 30 (in Worten: dreißig) Euro belaufen sollte. Einem Kumpel sollte ich auch ein Exemplar mitbringen, aber ich hatte nicht einmal so viel Geld dabei. Auch mir selbst habe ich keins gekauft, da der Preis doch ein wenig Verarsche ist. Hallo, das sind 60 Mark! Mein Taxi wollte ja auch noch bezahlt werden. Direkt nach den letzten Klängen raus, bevor das Chaos vor dem Stadion zu groß wurde. Direkt das einzige Taxi weit und breit erwischt, und ab zu meinem Auto.
Dass der McDoof ein paar Kilometer weiter auch noch vollgestopft war mit Maiden-Fans war sowieso klar
Maiden – Jederzeit wieder, auch wenn die Sache nicht ganz billig ist.
Anarchox am 09. Juni 2007 in Musikalisches
