Ausgespäht
Auch wieder aktuell: Der Bundestrojaner. So ist nach einem Bericht auf dieser Seite zur Installation dieses kleinen Tools ein Besuch des BKA im Vorfeld schon notwendig. Und als ob ein normaler Mensch das nicht direkt merkt, dass jemand in der Wohnung war, kommen die Jungs sogar zweimal. Da halten wir doch direkt fest: Wiederholter Einbruch, Verletzung der Privatsphäre und Computermanipulation. Wie viel kriminelle Energie steckt denn da noch drin? Dreister geht es wohl kaum:
Um die Bürger zu schützen, werden andere Bürger durch kriminelle Handlungen selbst kriminalisiert. Achso, das zweite “Bürger” muss ja “Gefährder” heißen, ich bitte um Entschuldigung.
Von den Daten, die den Terrorverdacht betreffen einmal abgesehen, liegt ja auf der Hand, dass alle anderen Daten auch ausgespäht werden können. Von E-Mails bis hin zu brisanten Bankangelegenheiten ist GAR nichts mehr sicher. Am Ende wundert es mich nicht, wenn Google sich einkauft und die gewonnenen Informationen noch für zielgerichtete Werbung verwendet: Einem lapidaren “Ich hab’ Hunger!” im Chat folgt direkt ein Popup: “Pizza frei Haus unter 040…” Gut, dass ist etwas weit hergeholt und die harmloseste aller vermutlichen Folgen, aber trotzdem. Wie sagen die meisten Leute, wenn man sie auf die kommenden Gefahren aufmerksam machen will: “Ich habe ja nix zu verbergen…” Dazu sage ich mal gar nichts…
Weiter im Text: Gehen wir davon aus, man wäre wirklich so blind und würde auch den zweiten Besuch des BKA nicht merken. Der Bundestrojaner ist installiert und geht schnurstracks durch die Firewall… Halt! Was ist, wenn ich eine reine Hardwarefirewall habe? Nehmen die die mit? “Du, da fehlt doch was?!”
Noch besser: Läuft der tolle und innovative Bundestrojaner auch auf Linux oder MacOS? Irgendwie ist das Ganze nicht wirklich durchdacht… zumal jedes 13jährige Scriptkiddy sofort merken würde, wenn der Rechner spinnt. Grundsätzlich wünsche ich mir hier eine Vorgehensweise wie in den USA: Wer meine Wohnung ungefragt betritt, ist zum Abschuss freigegeben… das gilt natürlich auch für eindringendes BKA-Personal
Außerhalb der o.g. Methode wird es für den lieben Staat schwer sein, diese Pest unters Volk zu bringen. Aber egal wie es angestellt wird, es ist und bleibt kriminell!
Oder es wird gesetzlich verordnet, so wie bei diesem Aprilscherz des CCC. (Wobei auch das nicht durchführbar ist, schließlich hat nicht jeder einen PC. Na immerhin, vielleicht erhalten finanziell schlechter Gestellte dann einen von Frau Merkel gesponsert.)
Bleibt wachsam!
Anarchox am 07. August 2007 in IT-Krempel, Politisches
