Monatsarchiv für August 2007

Ausgespäht

Auch wieder aktuell: Der Bundestrojaner. So ist nach einem Bericht auf dieser Seite zur Installation dieses kleinen Tools ein Besuch des BKA im Vorfeld schon notwendig. Und als ob ein normaler Mensch das nicht direkt merkt, dass jemand in der Wohnung war, kommen die Jungs sogar zweimal. Da halten wir doch direkt fest: Wiederholter Einbruch, Verletzung der Privatsphäre und Computermanipulation. Wie viel kriminelle Energie steckt denn da noch drin? Dreister geht es wohl kaum:

Um die Bürger zu schützen, werden andere Bürger durch kriminelle Handlungen selbst kriminalisiert. Achso, das zweite “Bürger” muss ja “Gefährder” heißen, ich bitte um Entschuldigung.

Von den Daten, die den Terrorverdacht betreffen einmal abgesehen, liegt ja auf der Hand, dass alle anderen Daten auch ausgespäht werden können. Von E-Mails bis hin zu brisanten Bankangelegenheiten ist GAR nichts mehr sicher. Am Ende wundert es mich nicht, wenn Google sich einkauft und die gewonnenen Informationen noch für zielgerichtete Werbung verwendet: Einem lapidaren “Ich hab’ Hunger!” im Chat folgt direkt ein Popup: “Pizza frei Haus unter 040…” Gut, dass ist etwas weit hergeholt und die harmloseste aller vermutlichen Folgen, aber trotzdem. Wie sagen die meisten Leute, wenn man sie auf die kommenden Gefahren aufmerksam machen will: “Ich habe ja nix zu verbergen…” Dazu sage ich mal gar nichts…

Weiter im Text: Gehen wir davon aus, man wäre wirklich so blind und würde auch den zweiten Besuch des BKA nicht merken. Der Bundestrojaner ist installiert und geht schnurstracks durch die Firewall… Halt! Was ist, wenn ich eine reine Hardwarefirewall habe? Nehmen die die mit? “Du, da fehlt doch was?!”

Noch besser: Läuft der tolle und innovative Bundestrojaner auch auf Linux oder MacOS? Irgendwie ist das Ganze nicht wirklich durchdacht… zumal jedes 13jährige Scriptkiddy sofort merken würde, wenn der Rechner spinnt. Grundsätzlich wünsche ich mir hier eine Vorgehensweise wie in den USA: Wer meine Wohnung ungefragt betritt, ist zum Abschuss freigegeben… das gilt natürlich auch für eindringendes BKA-Personal ;)

Außerhalb der o.g. Methode wird es für den lieben Staat schwer sein, diese Pest unters Volk zu bringen. Aber egal wie es angestellt wird, es ist und bleibt kriminell!

Oder es wird gesetzlich verordnet, so wie bei diesem Aprilscherz des CCC. (Wobei auch das nicht durchführbar ist, schließlich hat nicht jeder einen PC. Na immerhin, vielleicht erhalten finanziell schlechter Gestellte dann einen von Frau Merkel gesponsert.)

Bleibt wachsam!

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Anarchox am 07. August 2007 in IT-Krempel, Politisches

Kastration

Vor zwei Wochen. Das Telefon klingelt und ein freundlicher Mensch von der T-Com (T-Home? Teledoof, Telebums, whatever… ) ist dran. „Ändern Sie jetzt Ihren Tarif. Dann bekommen Sie X, Y und natürlich auch Z!“ Den Punkt „Z“ fand ich interessant, handelte es sich doch um DSL6000 und ich komme seit Jahren aus den altbekannten Gründen nicht über die 1,5 MBit-Marke. Deshalb erst einmal mein skeptischer Einwand: „Nein, guter Mann, DSL 6000 geht hier eh nicht!“ Der Mann wird euphorisch: „Oh doch, wir bauen z. Zt. aus und schrauben an der Dämpfung.“ Das fand ich logisch, wurde doch zuvor im Nachbarort, indem sich auch die Vermittlungsstelle befindet, DSL von 6k auf 16k hochgeschraubt. Ich willigte dem Tarifwechsel unter diesen Bedingungen natürlich ein und der Telebums-Mensch wiederholte nochmals alle von mir bestellten Features. Beim Punkt „Internetanbindung“ hörte ich freilich genau zu.

Am Freitag, den 3. August 2007 lag dann endlich meine Auftragsbestätigung da. Ich las nur die ersten Zeilen mit „Sie können sofort loslegen blubber blub…“ Übrigens: Ich habe das anscheinend verschlafen, aber mir wurde auch noch mitgeteilt, dass es die alten Tarife so nicht mehr gäbe. Früher hat man seine gewünschte DSL-Geschwindigkeit bestellt und – wenn verfügbar – bekommen, oder musste eben auf das nächstniedrige ausweichen. Heute, so erklärte man mir, bekommt jeder DSL 6000, wenn’s die Leitung hergibt ist gut, ansonsten KANN es auch sein, dass man sich mit weniger begnügen muss. Mir egal, besser als meine 1,5Mbit wird’s schon sein.

AM ARSCH!

Speedtest aufgerufen. Man will ja mal schauen, wie viel die Leitung jetzt raushaut. Die wenigen Grafiken auf der Seite waren verdächtig langsam. Der Test lief… und lief… und lief… 512kb downloaden. Was dauert da so lange? Das Ergebnis wurde mir präsentiert:


Download-Geschwindigkeit:

365 kbit/s
(46 kByte/s)

Das Ergebnis entspricht folgendem Anschlusstyp: DSL 384

WTF????????!!!!!!1111einself

Wo sind meine 1,5Mbit hin??? Ein weiterer Downloadtest von einem normalerweise pfeilschnellen Server wies das gleiche Ergebnis auf: Eine Rate von ca. 44kb/s. Die Auftragsbestätigung nochmal zur Hand genommen und auch Seite 2 gelesen:

„T-DSL kann an Ihrem Anschluss leider nicht mit der üblichen Bandbreite bereitgestellt werden.“ < -- Gut, DAS wusste ich seit Jahren schon, aber ich war mit meinen 1,5Mbit zufrieden. Weiter im Text, mit einem Satz, mit dessen Inhalt ich SO sicher nicht einverstanden war: „Wie in diesem Fall vorab von Ihnen gewünscht, können wir Ihnen aber T-DSL mit bis zu 384kbit/s zur Verfügung stellen.“ WAAAS?? Nochmal ein dickes WTF???? hinterher. Ja klar, ICH habe mir sicherlich gewünscht, dass mein eh schon lahmes Netz jetzt auch noch absolut kastriert wird.

Ham‘ die den Arsch offen? Genau das fragte ich dann auch den ersten Telekom-Fritzen, den ich ans Telefon bekam. Und dieser behauptet auch noch steif und fest: „Ja, das ist bei Ihnen nicht schneller..“ und man höre und staune: „… es war auch nie schneller bei Ihnen, da das technisch nicht möglich ist!“ Nachdem ich in mehreren Tonlagen von zuckersüß bis amoklaufend bemerkte, dass ich doch wohl sehr gut weiß, wie schnell mein DSL noch vor weniger als 24 Stunden war, wurde ich nur als dumm hingestellt: „Das kann nicht sein, da müssen Sie sich irren!“ Ich legte schnell auf, bevor ich den armen Kerl noch verbal in den Suizid treiben musste. Viele, viele Anrufe folgten, auch am Samstag. Ergebnis gleich, DSL geht nicht schneller, und war es auch noch nie. Nachdem ich das fast schon selbst geglaubt habe, dann ein Hoffnungsschimmer: Ein Herr Specht aus der Niederlassung Karlsruhe (gar nicht so weit weg *bombengürtel anschnall*) meinte, er sieht in den alten Aufträgen, dass bis Freitag alles problemlos mit 1,5Mbit funktionierte, wird der Sache nachgehen (wie die vielen vor ihm auch) und sich definitiv am Montag melden.

Ich hoffe es -.- So kastriert zu sein, ist ja nicht auszuhalten. Wenn man bedenkt, dass selbst ICQ hängt, wenn ich nebenbei eine normale Seite aufrufe. „Sie bekommen DSL 6000!“ Bittere Ironie, was? Immerhin, ich habe jetzt ein Argument, wenn die liebe GEZ wieder kommt, was ja nicht mehr lange dauern sollte. Mit DEM Downstream könnte ich nicht einmal den Tagesschau-Stream anschauen, wenn ich wollte ;)

Also, dann mal warten auf Montag *seufz*

NACHTRAG: Die angeblich „technisch unmögliche“ Umstellung wurde mittlerweile von einem Bekannten, der bei der Telebums arbeitet behoben. (Welche Berufe solche Leute haben, stellt sich halt manchmal erst später heraus …hehe )… da sind sie wieder, die 1,5Mbit… Die Wunder der modernen Technik… Ich sag‘ nix mehr dazu…

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Anarchox am 05. August 2007 in Aufreger, Real-Life