Demokratendiktatur
Im Namen des Volkes.
Am gestrigen Abend, dem 9. November 2007 flimmerte eine historische Nachrichtenmeldung über die Bildschirme der Republik. Wie immer sahen Millionen Bundesbürger zu. Sie sahen, aber verstanden nicht. Sie verstanden nicht, dass sie an diesem Tag zum gläsernen Menschen wurden und ein großes Stück ihrer Freiheit aufgegeben haben. Denn sie haben ja nichts zu verbergen. Wieso auch, man steht morgens auf, geht arbeiten, am Abend vielleicht ein paar Besorgungen machen, am Wochenende mal mit Freunden weg. Nein, sicher hat man da nichts, was der Staat nicht ruhig wissen könnte.
Oder? (Nette Flashanimation, unbedingt ansehen!)
Schließlich dient alles nur unserer eigenen Sicherheit. Die Vorratsdatenspeicherung ist beschlossen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Bundespräsident Köhler den Wisch auch noch unterzeichnet. Und die ach so fortschrittliche und zivilisierte EU wird auch nichts dagegen haben.
An diesem Tag hat sich das Deutsche Volk in Sachen Dummheit endgültig auf die Stufe mit den Amis begeben. Ich habe allerdings noch die Hoffnung, dass zwischen verlogener „Terrorangst“, blindem Konsumwahn und fanatischer Religion noch einige selbstdenkende Individuen existieren, die sehr wohl etwas zu verbergen haben. Die etwas tun wollen. Für jene Freigeister, die mit offenen Augen durch diese konstruierte und fadenscheinige Welt gehen, bleibt leider nicht mehr viel. Ein Anfang sind die immer noch regelmäßig stattfindenden Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung. Wer direkt jetzt aktiv werden möchte, kann sich der Sammel-Verfassungsbeschwerde anschließen. Auf der Seite sind sehr viele Informationen über die Datenspeicherung selbst und auch über die Möglichkeiten, aktiv etwas dagegen zu tun. Wobei, berichtet wurde in der Vergangenheit genug.
Vielleicht wird das Bundesverfassungsgericht den Wahnsinn noch stoppen können… wenn es das überhaupt will.
Die Gedanken sind frei…
Anarchox am 11. November 2007 in IT-Krempel, Politisches
