Monatsarchiv für März 2008

Teilerfolg

Jaja, ich bin mal wieder zu spät dran, trotzdem natürlich noch mein Statement zum Urteil “Vorratsdatenspeicherung”:

Kurzfassung: Das Bundesverfassungsgericht hat am Mittwoch, den 19.03.2008 endlich das Ergebnis zum “Eilverfahren” mitgeteilt. Nachdem im Vorfeld bereits das Gesetz zur Onlinedurchsuchrung und ebenso das zur Kennzeichen-Erfassung gekippt bzw. arg beschnitten wurden, war das Urteil hier im Vorfeld schon erahnbar. So gilt auch hier: Grundsätzlich erlaubt, aber nur unter strengsten Einschränkungen auch wirklich auswertbar.

Die einen sprechen von einem grandiosen Sieg und gängeln sogar Frau Zypries zum Rücktritt, andere – wie auch ich – sehen das nur als Teilerfolg. Gespeichert wird nun mal und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier gelockert wird oder unbefugt Einsicht erlangt wird.

Doch einen Moment! Der Bundesbeauftragte für Datenschutz dementiert natürlich, dass die Daten jemals für etwas anderes als in §100a aufgeführte Straftaten genutzt werden! Steht da denn etwas wie Urheberrechtsverletzungen oder gar Raubkopien? Nein!

So negativ die VDS auch ist, der Richterspruch hat endlich einmal “schwere Straftat” definiert. Und das ist ein Musikdownload nicht. Endlich muss man sich nicht mehr auf eine Stufe mit Kinderschändern stellen lassen. Und auch der Abmahnwahn von gewissen Anwaltskanzleien (Gruss an Herrn Rasch an dieser Stelle) sollte hoffentlich einen Dämpfer bekommen.

Die ganze Sache bleibt natürlich weiterhin viel diskutiert und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Das Endurteil wird im September erwartet. Bis dahin kann auch Herr Schäuble noch etwas zurückrollen…

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Anarchox am 21. März 2008 in IT-Krempel, Politisches

Blutbad

Samsas Traum – 14.03.2008 – Saarbrücken – Roxy

“Heiliges Herz – Das Schwert deiner Sonne” nennt sich der aktuelle Blackmetal-Output von Samsas Traum Mastermind Alexander Kaschte und die gleichnamige Tour wälzt sich momentan durch das Land. Da Ludwigsburg für mich terminlich dieses mal nicht in Frage kam, bin ich auf Saarbrücken ausgewichen, was sowieso näher liegt. Also wie üblich durch die penetrante Frauenstimme des Navigationsgerätes (ich kann ohne das Teil trotzdem nicht mehr leben ^^) ohne weitere Probleme in der gewünschten Straße angekommen. Es ist schön und gut, wenn mir der riesen Puff dort direkt ins Auge fällt – ist dort doch auch bei hellichtem Tag alles neonhell beleuchtet – aber von meinem eigentlichen Ziel, dem “Roxy” keine Spur. Nein, auch das Navi zeigt mir nur einen Gardinenladen. Die Straße war zu Ende und beide Spuren verzweigten weiter in die Innenstadt, also irgendwie zurück. Ein hektisches Wendemanöver auf der gut befahrenen Hauptstrasse und alles in der entgegengesetzten Richtung nochmals abgegrast. Karre mal beim polnischen Hinterhofautohändler abgestellt, der mir in seinem gebrochenen Deutsch (nein, nicht Saarländisch) das Roxy auch nicht zeigen konnte. Der seinen Hund-Gassi-führende Einheimische an der Straße hingegen konnte es dann glücklicherweise:

Das Gardinengeschäft!

Wer nicht so von Blindheit geschlagen ist wie ich, hätte nämlich das Roxy-Logo über der Tür des Ladens erkannt. Also ins Auto, dort geparkt. Rein da. Links Elektronikladen, rechts besagtes Gardinengeschäft und ein leeres, steriles Treppenhaus. Und süße Gitarrenklänge aus dem anderen Stockwerk. Hier sind wir daheim! Die Treppe hochgewetzt und vor einer verschlossenen Stahltür dem Soundcheck gelauscht. Danach Treppe wieder runter, mal an die Luft – da ist die Tür zu!…..wtf?! …Ein Blick auf den Aushang beider Geschäfte: Haben offen bis 17 Uhr. Ein Blick auf die Uhr: 17:03 Uhr. Ganz großes Daumenkino. Wieder hoch, da mal gekloppt – sinnlos weil lauter Soundcheck. Leichtes Panikgefühl. Nach einiger Zeit kam dann zum Glück die Putzfrau des Elektronikladens und hat aufgesperrt. Freiheit! Die Location wurde mir langsam aber unsympathisch.

Wieder an der frischen Luft waren die ersten anderen Fans auch da. Trotz des doch sehr metallisch Orientierten Albums waren die Besucher der schwarzen Szene deutlich in der Überzahl, da kann Kaschte darüber denken, was er will. Die Warterei verlagerte sich 30 Minuten vor Einlass fast komplett vor die Stahltür oben. Standen dort und das Treppenhaus hinunter mittlerweile dicht gedrängt die Leute in absoluter Finsternis, da es draussen schon dunkel wurde. Erst als um punkt 19 Uhr die Tür des Roxy geöffnet wurde, wies man die Menge auf den an der Wand befindlichen Lichtschalter hin….
Einlass kurz und schmerzlos, wie erwartet war der Club sehr klein. Die Bühne maß maximal 5 Meter in der Breite und war vielleicht 20cm hoch, aber trotzdem durch ein wackeliges Gitter gesichert. Problemlos mein persönliches Fleckchen jenes Gitters besetzt. Erneutes Warten bis Konzertbeginn, dass durch einen kleinen Auftritt von Kaschte aufgelockert wurde. Der Gute muss halt auch mal auf die Toilette – baulich bedingt direkt an den Fans vorbei ;)

Wiederum sehr pünktlich fingen “The Veil” dann auch an zu spielen. Düsterer Metal mit Frauengesang. Optisch gefiel mir das besser als akkustisch, was nichts zu heissen hat, hat sich doch seit ich Nightwish kenne, jeder Metal mit Frauengesang automatisch damit zu messen (habe ich bestimmt schon mehrmals geschrieben ^^). Hörproben und weitere Infos über “The Veil” gibt es auf der myspace-Seite der Band. Bei der Hälfte des Sets wollte die Gitarre nicht mehr mitspielen und der Gitarrist tauchte das darauffolgende Lied unter, um diesen Mißstand zu beheben, während die restliche Band das Lied halt ohne Gitarre spielte. Hörte man schon deutlich, aber kann nunmal passieren. Live halt.

Und nochmals ging es pünktlich weiter. Auf der abgedunkelten Bühne sammelten sich die Gestalten von Kaschtes Band, während das unheilvolle Intro der aktuellen Platte durch den Raum waberte. Mit den ersten Takten von “Das Zeitalter der Bäume” enstand auch direkt der erste von vielen Moshpits an diesem Abend. Meine Sicht auf die mit Corpsepaint verzierten Gesichter der Band wurde leider die ersten paar Lieder durch die üblichen Fotografen genommen, aber die müssen nun einmal auch ihre Arbeit tun. Das Set war in mehrere Teile gespalten. Das komplette Album wurde, wenn ich mich recht erinnere in der Originalreihenfolge wie auf CD gespielt und nach dem “Liebeslied” kam die erste kleinere Pause, in der sich Kaschte und Co. zurückzogen. Währenddessen erklang der letzte Teil des Fortsetzungshörspiels “20 Schritte Freiheit” von den Neuauflagen der alten CDs. In den letzten Minuten dieser Geschichte erschien die Band wieder. Alexander mit einem weissen, blutbeschmierten Hemd, in der Hand ein mit Kunstblut gefülltes Weinglas. Böser, wahnsinniger Blick und mit dem Glas langsam die Kreise auf der Bühne ziehend, wendete er sich dann dem Publikum zu. Während Kaschte gezielt auf einzelne Mädels in der ersten Reihe zuging, nippte er genüßlich an seinem Glas, nur um es seinem Opfer ins Gesicht zu spucken und großflächig zu verreiben. Manche Fans staunten nicht schlecht über diese Aktion, andere kannten es wohl schon von den vorherigen Konzerten dieser Tour. Dieser (Blut)Kelch ging an mir vorüber, während man bei einigen Leuten sah, dass diese das blutbeschmierte Gesicht zuhause wohl erst einmal erklären müssen…

Beim Titelstück “Heiliges Herz” hatte Jensara Swann, die Sängerin der Vorband nochmals einen Einsatz und übernahm den weiblichen Gesangspart. Nachdem das komplette Album durch war, verschwand die Band abermals von der Bühne und hinterließ nur ihren Drummer, der nun sein Können demonstrierte. Nette Abwechslung, auch wenn im Publikum jemand meinte “Looser!” schreien zu müssen. Pech, denn Alexander betrat gerade wieder die Bühne. “Wer hat Looser geschrien? Zeit mal alle mit dem Finger auf ihn!… Aha, DU warst das?… “Na, komm her und machs besser!” Sehr geile Aktion! Unter dem Gejohle der Zuschauer kraxelte besagter Fan auf die Bühne und stand erst einmal doof neben Kaschte, der ihn dann hinter das Schlagzeug verwies, welches nun amateurhaft bearbeitet wurde. Wobei, es klang besser als erwartet, der Kerl saß wohl schon mehrmals an diesem Instrument.

“Wer von euch kennt Darkthrone?” Die Frage Kaschtes ließ das Publikum aufhorchen. “Zeigt den jungen Dingern mal wie das geht!” Und schon knüppelte die Band ein Stück eines ihrer großen Vorbilder durch das Roxy. Gerade unter den Metalheads gab es da natürlich kein Halten mehr. Aber auch Anhänger der klassichen Samsas Traum Platten wurden gegen Ende bedient. Stücke wie “Stromausfall im Herzspital”, “Für immer” (obwohl auf der letzten Tour totgesagt) und “Die Zärtlichkeit der Verdammten”, bis hin zu “Ein Fötus wie du” wurden trotzdem noch gespielt. Ebenso war der Saw-Soundtrack wieder vertreten. Mit “Kugel im Gesicht” ging das Konzert nun wirklich dem Ende zu.

Durch die Seteinteilung, die Blutaktion und das Einbeziehen des Publikums wurde somit ein sehr abwechslungsreicher und schwer metallischer Abend geboten, der auch aufgrund der Moshpits und der allgemeinen Stimmung der Fans zu den sehr viel Besseren gehörte =)
Schade, dass Alex angekündigt hat, sich zurückzuziehen.
Vielleicht überlegt er es sich nach dieser Tour wieder anders… wie so oft.

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Anarchox am 17. März 2008 in Musikalisches

Für Konsoleros

Von den meisten Shootern bekannt:
Durch drücken auf die ^-Taste erscheint eine Konsole, in die man seinen Befehl reinhacken kann und mittels erneutem Druck verschwindet die Eingabeaufforderung auch schon wieder. Praktisch, schnell und einfach.

Für Linux gibt’s da auch sowas:

Yakuake nennt sich dieses kleine Tool, das genau wie oben beschrieben funktioniert. Nachdem das Programm gestartet und ein Shortcut gewählt wurde, läuft Yakuake im Hintergrund weiter, bis man es mit der festgelegten Tastenkombination hervorholt. Kurz die gewünschten Befehle getippt und per Tastendruck wieder verschwinden lassen. =)

Download auf der Projekthomepage oder mit dem Paketmanager eures Vertrauens!

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Anarchox am 14. März 2008 in IT-Krempel

Webjuwelen

Ein paar kleine aber feine Weblinks:

Was viele nicht wissen:
Die Datenschleuder, die Zeitschrift des CCC, ist auch ohne Mitgliedschaft online abrufbar (Leider nicht immer die aktuellsten Ausgaben, aber immerhin).

Die Ausgaben können hier als pdf heruntergeladen werden.

Auf den geneigten Leser warten interessante Essays, Berichte, und Meinungen zu den verschiedensten IT- und Securityrelevanten Themen. Auch der ein oder andere Sourcecode oder Schaltplan lässt sich finden.

Ein Securityportal der Extraklasse ist buha.info.
Ich erinnere mich noch an die Anfänge der Gruppe als kleine, billige Hackerseite unter vielen. Die “Buschhacker” haben sich im Laufe der Jahre allerdings zu einer seriösen und ernstzunehmenden Security-Anlaufstelle gemausert.
Herzstück der Seite ist das Board, dessen Themengebiete unter anderem Coding aller Art, Kryptologie, aber auch Technische Aspekte behandeln. Auch Buchtipps zur Vertiefung fehlen nicht.

Schaut mal rein!

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Anarchox am 12. März 2008 in IT-Krempel, Webjuwelen