Monatsarchiv für Mai 2011

Come get some!

Mit dem ersten PC kam auch das erste „richtige“ Computerspiel. Bei mir war es 1996 Duke Nukem 3D. Und jetzt, nach fast 14 Jahren in Entwicklung erscheint der Nachfolger Duke Nukem Forever. Ich warte fast die Hälfte meines Lebens auf dieses Spiel. Ich erinnere mich noch an die ersten Bilder aus der PC Games, damals 1997. „Geil, ein Duke Nachfolger und er sieht genial aus!“ Schon damals konnte ich es kaum erwarten. Es sollten noch viele Jahre ins Land ziehen…
Aufgrund des bevorstehenden Releases möchte auch ich, wie so viele andere, meinen Senf zur Duke-History abgeben. Mit zarten 12 Jahren hat das blonde Muskelpaket meine spielerische Jugend schließlich bestimmt. 3D Realms packte die Vorgängerspiele des Shooters mit auf die Duke3D-CD, so dass ich auch in deren Genuss kam. (Die Konsolenableger inklusive Manhattan Project mögen Duke-Spiele sein, jedoch werde ich aufgrund des Spin-Off Charakters der Spiele nicht darauf eingehen und bleibe bei den PC-Teilen)

PC Quäker, EGA-Grafik. Mehr brauchte Apogee damals nicht, um ein erfolgreiches Jump’n’Run auf den Markt zu bringen. Ernsthafte Konkurrenz gab es nur mit Commander Keen, das vom befreundeten Studio id-Software entwickelt wurde, jedoch eine ganz andere Zielgruppe ansprach. Storytechnisch bot der Duke kein Neuland: Aliens. Invasion. Und so. Dr. Proton will die Erde errobern. Und natürlich, nur der Hühne Duke Nukem kann ihn aufhalten. Die Schwierigkeit des Spiels bestand im Gegensatz zum Nintendo-Klempner Mario weniger in sprungtechnischen Geschicklichkeitspassagen, als vielmehr darin, den gemeinen Gegnern auszuweichen und überhaupt den Ausgang zu finden. Das Spiel war in drei getrennte Episoden unterteilt, von denen die erste kostenlos als Shareware vertrieben wurde. Ein Modell, das Apogee als Distributor berühmt gemacht hatte.
Nerdinfo am Rande: Duke Nukem war zeitweise auch als Duke Nukum auf dem Markt. Da es eine Figur namens Duke Nukem in der Zeichentrickserie „Captain Planet“ gab, wollte Apogee Lizenzproblemen aus dem Weg gehen. Später stellte sich heraus, dass der Name nicht geschützt war.


Mit wunderbar detailreicher VGA-Grafik (besser hat man sie später nur noch bei Jazz Jackrabbit gesehen) stürzt sich Duke Nukem erneut fiesen Außerirdischen entgegen. Duke konnte erstmals verschiedene Waffen nutzen: Von Laser über Raketen bis hin zum Flammenwerfer, dessen Rückstoß quasi das Fliegen erlaubt, war alles dabei. Auch war der Spieler hier sehr viel mobiler: Er konnte sich an Rohren entlanghangeln und Gegner von oben beharken oder sogar in einer Art Fluggerät durch die Levels düsen. Der Levelaufbau war wie im Vorgänger eher verwirrend, aber auch die Gegner haben zugelegt. Neben diesen gab es haufenweise Kisten mit Items wie Sonnenbrillen, CD’s, usw die man aufsammeln konnte um seinen Highscore stetig zu verbessern.
Apogee erkannte früh den Trend zum Ego-Shooter und teilte das Unternehmen in verschiedene Fachbereiche auf. Neben den klassischen 2D-Titeln wurde eine Abteilung für kommende 3D-Welten aus der Taufe gehoben. 3D Realms war geboren. Nach der Veröffentlichung des futuristischen Arcade Flugsimulators Terminal Velocity (auch gespielt wie ein Irrer) widmete sich 3D Realms dem ersten großen, eigenen Projekt..

Seit der Quasi-Gründung des FPS-Genres durch Wolfenstein 3D wurde insbesondere durch id-Software die Messlatte für Shooter und deren Engines immer wieder höher gelegt. Wenige Jahre zuvor hatte Doom das Genre in eine wegweisende Richtung geschoben und auch den Weg für „erwachsene“ Unterhaltung auf breiter Basis geebnet. Ein junger Student namens Ken Silverman entwickelte in den frühen 90ern seine eigene Grafik-Engine, die er Build taufte. Diese war in der Tat so leistungsfähig, dass 3D Realms damit den neuen Duke-Titel entwickelte. Rückblickend war die Build Engine die meist lizensierte Engine der 90er Jahre, auch mit dem mitgelieferten Editor habe ich Monate verbracht, um eigene Level zu entwerfen. Im Gegensatz zur damals aktuellen Quake Engine von id, konnte Build keine Polygonobjekte auf den Bildschirm bringen, das heißt, die Gegner und Modelle waren flache 2D-Sprites. Jedoch bot der Duke die bis dato realistischsten Szenarien in einer authentischen Welt. Als 12jähriger war es extrem faszinierend, sich durch ein Rotlichtviertel bis hin zu einem Strip-Schuppen zu ballern. Dass man dank der zu diesem Zeitpunkt einzigartigen Interaktivität, den Frauen sogar Geld zustecken konnte, setzte dem ganzen natürlich die Krone auf. So etwas wie der Duke war damals neu. Prollig, arrogant. Einfach ein Spiel für Erwachsene. Durch und durch. Heute kratzt höchstens Serious Sam mit seinen Sprüchen am Vorbild des Duke. Ja die Sprüche…Begleitet von den kultigen Sprüchen des Helden  ging es durch mehrere Episoden, bis am Ende der Overlord im letzten Level, dem Footballfeld in sich zusammensackte…

So endete damals Duke 3D und so beginnt wohl Duke Nukem Forever wieder. Wieso sich das Spiel so lange verzögerte ist aktuell auf vielen Seiten zu lesen. Übermut der Entwickler, jedes noch so tolle Feature musste unbedingt implementiert werden. Jede neuere Engine musste übertroffen beziehnungsweise selbst lizensiert werden damit man sie benutzen kann. Es sollte das perfekte Spiel werden. Was bleibt, werden wir am 10. Juni sehen. Ich persönlich brauche noch nicht einmal viel. Ich möchte einfach einen spaßigen Shooter, der mich ein bisschen zurück in meine Jugend versetzt… und ich denke, dass bekomme ich auf jeden Fall!

Wer den Duke noch nicht kennt kann die Shareware-Episoden aller Teile auf der Webseite von 3D Realms gerne antesten. Für die Besitzer der Vollversion gibt es ein High-Resolution Pack, dass der uralten Engine 3D-Beschleunigung samt zeitgemäßer Beleuchtung und Polygonmodels spendiert. So wird aus dem alten Kerl wieder ein junger Hüpfer und das Spiel macht direkt nochmal so viel Spaß! Und bis dahin…

It’s time to kick ass and chew bubble gum. And I’m all out of gum.

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Anarchox am 31. Mai 2011 in Gaming

Nerdstuff und so…

Wer es leid ist, immer nur in den Shirts seiner Lieblingsband – oder noch schlimmer – in einem schnöden “Normalo-Outfit” durch die Weltgeschichte zu wandeln, dem sei hiermit www.3dsupply.de ans Herz gelegt. 

Dort findet der Nerd, Geek oder einfach nur Gamer alles an Textil und Gadgets was er so braucht, um seine Attitüde den Mitmenschen mitzuteilen, ohne groß Worte zu verlieren. Sei es ein aktuelles politisches Statement oder einfach nur eine Hommage an pixelige 8bit-Zeiten, für jeden ist was dabei. Mittlerweile besitze ich mehrere Shirts von dort, mit der Qualität kann man auf jeden Fall zufrieden sein, auch diverse Sonderangebote sind oft lohnenswert.

Und durch diesen tollen Eintrag kann man sogar ein kultiges Shirt abgreifen ;) Die Wahl bei mir fiel – wie kann es anders sein – auf das Shirt mit den Protagonisten aus “Der blutige Pfad Gottes”. Mehr Infos zu der Aktion gibt es hier.
 
  habe ich mir von www.3dsupply.de schenken lassen – dem
  T-Shirt Shop für Geeks, Nerds und Gamer.

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Anarchox am 19. Mai 2011 in Webjuwelen

Verkehrsdschungel

Mit 30.000 bis zu 50.000 Kilometern pro Jahr auf der Straße erlebe ich einiges. Mit der Zeit lernt man verschiedene „Arten“ von Autofahrern kennen. Heute morgen war das Maß mal wieder voll, somit habe ich mich entschlossen, diese Spezies einmal zu katalogisieren:


Der Schleicher:
Der Klassiker. Oft, aber nicht immer, ein alter Mann mit Hut oder Hut auf der Ablage. Manchmal auch mangels Sehkraft in unnatürlicher Pose über das Lenkrad gebeugt. Dieser Typus hat unendlich Zeit und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Während die Ohren mit Volksmusik zugedröhnt sind, wird selbst der Krankenwagen samt Martinshorn dahinter überhört. Und natürlich, jeder der schneller ist, ist ein Raser (auch der Krankenwagen!).


Der Bonze:
Das Gegenteil des Schleichers und besonders auf der Autobahn gern gesehen. Dynamisch zischt er mit seiner Penisverlängerung über den Asphalt, nur um sein Kommen bereits viele hundert Meter entfernt mit wildem Lichthupen anzukündigen. Nach Meinung des Rasers hat jedes Auto sich sofort zu dematerialisieren, sobald er sich nähert. Problematisch wird dieses Vorgehen jedoch, wenn man sich gerade im Überholvorgang befindet und der LKW rechts den Dematerialisierungsbefehl ebenfalls ignoriert.


Der Streber:
Er möchte alles richtig machen. Wozu war man sonst in der Fahrschule? Er fährt peinlichst genau so schnell oder langsam, wie es die Schilder wollen. Stellt er zwischendurch fest, dass er in geistiger Umnachtung doch 51 statt genau 50 fährt, wird sofort und ohne Rücksicht auf Verluste gebremst. Wo kämen wir denn dahin, wenn man sich nicht an die Verkehrsregeln hält? Während auch beim Wechsel von z.B. einer 70er in eine 50er Zone sofort am Schild ruckartig gebremst wird, benötigt er im Gegenzug eine halbe Ewigkeit, um beim erneuten Geschwindigkeitswechsel wieder auf 70 zu kommen.


Der Unentschlossene:
Innerorts spielt er gerne den Schleicher. Entnervt hängt man dahinter und fiebert dem Ortsausgang entgegen, damit man endlich überholen kann. Jedoch weckt die weite Straße plötzlich Begehrlichkeiten und der Unentschlossene gibt Gas, genau in dem Moment, in dem man zum Überholen ansetzen will. Oft endet dies in wild gestikulierendem Nebeneinanderfahren, was der Gesundheit beider Fahrzeugführer nicht unbedingt gut tut. Gibt man sich geschlagen und schert vogelzeigend wieder hinter ihm ein, mutiert er spätestens beim nächsten Ortsschild wieder zum Schleicher und das Spiel beginnt von neuem.


Der Random-Bremser:
Diese Spezies wurde erst vor kurzem vermehrt beobachtet. Die Geschwindigkeit dieses Typs ist variabel, von Schleicher über Bonze ist alles dabei. Jedoch hat er die nervige und gefährliche Angewohnheit, einfach zufällig auf die Bremse zu rutschen. Selbstverständlich nicht vor einer Kurve, wo man es erwarten würde. Nein, der Random-Bremser tippt die Bremse mehr oder weniger stark beim Fahren auf gerader Strecke an. Von fröhlichen 120 wird plötzlich ohne ersichtlichen Grund auf 80 gebremst, nur um sofort wieder zu beschleunigen.


Kurzum: Mein Nervenkostüm wird diesbezüglich täglich dünner. Sicherlich ist euch die ein oder andere Spezies bereits begegnet, aber die Welt ist groß. Falls ihr noch mehr fremde Arten in freier Wildbahn kennt, teilt mir dies gerne mit. (Jaja, natürlich ist da viel Ironie dabei und ich gebe zu, andere Fahrer verzweifeln an mir sicher auch… so ist das eben ;)

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Anarchox am 10. Mai 2011 in Aufreger, Real-Life

Mission Accomplished?!

Ich möchte mal dahingestellt lassen, ob Bin Laden wirklich tot ist. Ein Stück Papier mit einem DNA-Test ist geduldig, und ein Bild dank Photoshop keine gesicherte Quelle. Aber darum soll es hier nicht gehen. Auf der Webseite des FBI, auf der Bin Laden viele Jahre lang unter der Top Ten der meistgesuchten Verbrecher aufgeführt wurde (komisch, für 9/11 wurde er nie offiziell gesucht…) steht bei seinem Bild jetzt nur noch „deceased“, was einfach nur sowas harmloses wie „verstorben“ oder „verschieden“ heißt. Wie wir alle wissen, wurde er jedoch von US-Spezialkräften erschossen. Auf Geheiß des Präsidenten Barack Obama. Somit müsste unter dem Bild also „murdered“ – ermordet stehen. 

Nein, ich will hier niemanden in Schutz nehmen. Nur ein Land wie die USA, die – offiziell zumindest – eine Demokratie darstellt, kann nicht mal eben so jemanden erschießen, egal wer es ist. In einer Demokratie gilt die Unschuldsvermutung und diese kann erst duch ein faires, ebenso demokratisches Gerichtsverfahren aufgehoben werden. Selbst das Nazipack hat damals seine Nürnberger Prozesse bekommen, bevor es an den Strang ging. Somit stellt man sich auf eine Stufe mit gesetzlosen Terroristen. Um so perverser mutet es dann an, dass Obama angeblich mit den an den Helmen montierten Kamers live die Tötung verfolgt hat. Und unser Bundesmerkel steht bereits in der Kritik, Obama zu dieser gezielten Tötung gratuliert zu haben. Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Und dabei will ich bitte nicht hören, Bin Laden wäre ja in einen Krieg verwickelt gewesen. Man kann keinen Krieg gegen Terrror führen, Terror ist kein Land. Terror ist eine von den westlichen Regierungen geschaffene, gesichtslose Instanz, gegen die der Kampf niemals gewonnen werden kann und unter dessen Deckmantel man Freiheits- und Grundrechte beliebig eingeschränkt werden können. Feiner Schachzug der Elite der Welt. Aber bitteschön, da Bin Laden ja tot ist und gegen ihn Krieg geführt wurde, ist Operation Enduring Freedom ja jetzt beendet und man kann sämtliche Truppen abziehen.


-       Krieg ist Frieden (George Orwell in „1984“)

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Anarchox am 04. Mai 2011 in Politisches