Fehlkauf
Jeder Gamer kennt das. Man freut sich womöglich jahrelang auf ein Spiel und das Releasedatum rückt näher. Berufsbedingt kann man leider nicht immer sabbernd seine Vorbestellung entgegen nehmen oder in der Kälte vor dem Shop seines Vertrauens warten, daher sucht man fiebernd jedes relevante Forum nach Informationsschnipseln ab. Oft endet hier die Vorfreude schon: Die Foren sind voll von Bugmeldungen, Spieler stehen am Rand der Verzweiflung weil nichts läuft oder weil ja doch alles ganz anders ist, als die Vorschauen einem immer suggeriert haben. Wenn man dann den heißersehnten Titel in den eigenen Händen hält, stellt sich oft heraus, dass alles nur übertrieben war und man gehört zu den Glücklichen, bei denen alles geschmeidig läuft. Schließlich sind die, die sich beschweren ja in der Minderheit, Tausende andere zocken fröhlich vor sich hin und kein Mensch geht in ein Forum um das Spiel zu loben, daher ist es klar, dass dort nur die armen Schweine mit den Problemen sitzen.
Leider ist das nicht immer so. Auch ich habe in der Vergangenheit mehrfach daneben gegriffen und wurde nach langem Warten von Spielen technisch wie auch spielerisch enttäuscht. Nachfolgend eine kleine Auflistung und was mich bei dem jeweiligen Spiel gestört hat (Reihenfolge zufällig!):
Grand Theft Auto 4
Der auf den Konsolen vielfach abgefeierte Nachfolger zu einem der aufwendigsten und besten Sandboxspiele aller Zeiten. Zu fünft sind wir in den örtlichen Blöd-Markt um das Teil endlich für den PC zu erstehen. Nur bei einem (glücklicherweise bei mir ^^) lief das Spiel dann letztendlich… mehr oder weniger.
Es begann mit einem Installationsmarathon ohne Gleichen: Rockstar Social Club, Windows Live und der unsägliche SecuRom Kopierschutz wollten installiert werden, danach ewig das Game selbst. Die Freude wurde direkt beim Spielstart noch mehr gedämpft, denn das Spiel lief auf fast keiner damals erhältlichen ATI-Grafikkarte. Mir ist bis heute unbegreiflich, wie Rockstar mit so einem Fauxpas durchgekommen ist. Ich, nach vielen Jahren ATI-Treue ausnahmsweise mit nVidia unterwegs konnte das Game spielen. Aber direkt nach dem Start verging mir schon die Lust daran. Keinerlei Anti-Aliasing, absolut hässliche, fleckige Schatten und eine verdammt miese Performance für das optisch dargebotene. Zum damaligen Zeitpunkt wollte ich mir diese ruckelige und grafisch miese Software nicht weiter geben.
Call of Duty: Black Ops
Nachdem ich beim Vorgänger Modern Warfare 2 ein paar Erfolge im Multiplayer feiern konnte, jedoch relativ spät dran war, wollte ich bei Black Ops direkt vorne dabei sein und ab Release mitspielen. Der Titel war lange vorbestellt und ich konnte es kaum erwarten, mich in die wilden Schießereien zu stürzen. Mein Rechner packte MW2 problemlos und die Engine von Black Ops wurde nicht wirklich weiterentwickelt, also erwartete ich keinerlei Probleme. Falsch gedacht. Das Spiel ruckelte und war unspielbar. Man musste nicht lange suchen, denn vielen Leuten in den Foren ging es genauso. Es wurde doch etwas mehr an der Engine gedreht, mit dem Ergebnis, dass Besitzer von DualCore CPU’s mit extrem bescheidener Performance gestraft wurden. Auch mehrere Patches konnten das Problem (zumindest bei mir) nicht vollständig beheben, so dass ich bis heute nicht mehr als ein paar Testminuten gespielt habe. Somit war auch dieser Kauf komplett für die Tonne.
Hellgate: London
Großes habe ich von diesem Spiel erwartet. Wenn der Vater von Blizzard’s Diablo für einen Titel verantwortlich ist, der die Sammelwut von Diablo in eine 3D-Shooter ähnliche Welt verfrachtet, die mit einer recht originellen Umsetzung aufwartet, da kann doch nichts schief gehen! Denkste. Mehrere Exemplare für den Freundeskreis beschafft und ab dafür. Leider trübten auch hier Performanceprobleme das Gesamtbild, diese waren aber gerade noch erträglich. Viel störender waren die Bugs, die das Beenden kompletter Missionen verhinderten. Wenn man von einem Item 5 Stück braucht, aber – egal wie oft man den Level spielt – nur 4 Stück gedropt werden, ist das nicht wirklich schön. Die Motivation hielt sich zwar vergleichsweise lange, dennoch ist das Spiel bei vielen Gamern schnell in der Versenkung verschwunden, genau wie das Entwicklungsstudio Flagship. Mittlerweile ist der Titel Free2Play.
Sicher gibt es noch weitere Titel, die ich jedoch bestimmt einfach nur verdrängt habe. Sollte mir noch etwas einfallen, werde ich den Beitrag ergänzen
Nein, ich bin beim Titel nicht auf der Tastatur eingeschlafen. Das Spiel um das es hier geht, heißt tatsächlich so. Es bezeichnet die Dimension, in der ein Captain und seine Crew gestrandet sind und jetzt irgendwie wieder herausmüssen. Hierzu müssen die verschollenen Crewmitglieder allerdings eingesammelt werden. Klingt nicht wirklich aufregend – ist es auch nicht. Muss es aber auch nicht sein. Das Kernstück des Spiels ist das Gameplay, dass an alte Tugenden anknüpft und einfach nur verdammt schwer ist. Unsere Figur kann nicht springen, sondern durch eine Actiontaste, namensgebend die Taste V (oder eine Auswahl anderer Tasten), die Schwerkaft umdrehen und somit an der Decke landen und entlanglaufen, bis die Taste wieder gedrückt wird. Grafisch wird das ganze absolut minimalistisch präsentiert. Was will man auch von einem Spiel erwarten, dessen Ladescreen aussieht wie der eines alt ehrwürdigen C64? Das ganze Spiel ist ein Kniefall an die gute, alte Zeit. Ebenso ertönt wunderbarste Chiptune Musik dabei aus den Boxen (die man
Nicht nur grafisch orientiert sich das Spiel an längst vergessenen Tagen, auch der bereits erwähnte Schwierigkeitsgrad lässt einen manchmal gerne in die Tastatur beißen. Eben so wie früher. Heute wird man von einer Scriptsequenz zur nächsten Geschickt, erlebt mehr einen interaktiven Film als eine Herausforderung. Es war damals Alltag eines Spielers. Bestimmte Stellen immer und immer wieder, bis man es geschafft hat. Aber man war nicht frustriert. Man hat es versucht und irgendwann geschafft. Und man war stolz auf sich! Ich merke es heute doch selbst, wie verwöhnt man ist. Ist man irgendwo gescheitert und womöglich ist der letzte Checkpoint weiter weg, gebe ich oftmals auch nach wenigen Versuchen auf. Hätte es früher nicht gegeben. Und genau diesen Geist weckt auch VVVVVV in einem wieder zum Leben! “Ähnlich wie in “
