Kiss – 10.06.2008 – Mannheim – SAP Arena
Kiss Alive 35! – Zum 35-jährigen Bestehen kommt die Kultband nach 10 Jahren wieder nach Deutschland. Eine Band, mit der meine Eltern schon ihre Eltern genervt haben. Als Fan der harten Gitarrenklänge dachte ich mir: DAS muss ich mir anschauen
Ohne großes Vorgeplänkel raus aus der Berufsschule und rein in die SAP Arena.
Es gibt Konzertabende, bei denen werden manche Sachen einfach unwichtig. Es spielt keine Rolle mehr, wer du bist, wo du herkommst. Was du denkst. Fernab von allen Normen, Zwängen, unseren Alltagsneurosen und natürlich fernab von jeglichem Subkulturen-Zwist. Dieser Abend war so einer. Einfach nur purer Rock ‚n‘ Roll, gepaart mit einer Bühnenshow, die ihres gleichen sucht.
Über die Vorband “From First to Last” will ich auch nicht viele Worte verlieren. Kann ich auch nicht, denn was rein von der Tonmischung geboten wurde, war einfach nur schlecht. Das was man heraushören konnte, klang zumindest recht heavy und schnell, hat aber bis auf normalen Beifall keinen vom Hocker gerissen. Die Band ist eigentlich nur erwähnenswert, da es nun einmal die Support-Band von Kiss ist. Und das war auch Iron Maiden vor langer Zeit und was aus denen geworden ist, ist allgemein bekannt
(Ich habe mir die Webseite der Band nicht genau angeschaut, insofern kann ich da auch nichts zu sagen.)
Der überdimensionale „KISS“-Schriftzug auf dem Vorhang vor der riesigen Bühne wurde von innen durch hektische Lichtspielereien erleuchtet, während tiefe und unheilvolle Geräusche durch die volle SAP Arena krochen. Die Lichter wurden hektischer, die Fans unruhiger. Kameras wurden gezückt, für diesen Moment, auf den alle hier gewartet haben…
„Alright Mannheim! You wanted the best, you got the best! The hottest band in the world! KISS!”
Mit einem Knall fiel der Vorhang und gab den Blick auf den gigantischen Bühnenaufbau frei, von dessen höchstem Punkt die Band jetzt mittels einer Plattform hinuntergefahren kam, während die ersten Töne von „Deuce“ erklangen. Gänsehaut pur.
Das von massiven Pyroeinsätzen begleitete Programm, wurde immer wieder durch Aktionen seitens der Musiker aufgelockert. Aufgelockert ist hier eigentlich das falsche Wort, schließlich war die Spielfreude den vier Herren deutlich anzumerken. So zerschmettert Paul Stanley seine Gitarre oder fliegt über den Köpfen der Zuschauer durch die SAP Arena auf ein Podest, nur um dort „Love Gun“ anzustimmen. Oder Gene Simmons, in giftgrünes Licht gehüllt, spuckt Blut und fliegt aus dem Stand heraus mit ausgebreiteten Armen auf eine Plattform unter der Decke.
Das Programm bestand bis zum Zugabeblock original aus dem bekannten „Alive“-Set, das mit „Rock and Roll all nite“ furios endete.
Unvermeidlich bei der Zugabe natürlich „I was made for loving you“, was auch die älteren Herren auf den Rängen zum aufstehen bewegte. Das Durchschnittsalter der Besucher war wirklich deutlich über 30, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Mit viel Pyro und „Detroit Rock City“ endete dann dieses bombastische Konzert. Es war einfach genial. Alleine Gene Simmons einmal live züngeln zu sehen, war die 70 Euro wert. Ich hätte für diese Show auch das doppelte bezahlt!
Das einzige was genervt hat: Kiss schafft es, Iron Maiden in Sachen Merchandising-Preisen noch zu toppen: Ganze 35 Euro soll hier ein Shirt kosten (was nach Etikett auch noch „Made in Haiti“ ist).
Gut, ich habe das Geld für ein Shirt dort gelassen. Es musste einfach sein, schließlich war und bin ich schwerstens beeindruckt von der Show! Leider ist das Kiss-Logo auf deutschen Merch-Artikeln zensiert. Die SS-Zeichen sind wunderbar abgerundet. Mir persönlich unverständlich, aber nun gut.
Beim verlassen der Arena habe ich aufgeschnappt, wie so manch einer über den Sound gemeckert hat. Diese Meinung teile ich bei Kiss nicht (die Vorband hatte ich ja schon angemerkt). Die Gitarren hatten Druck, der Gesang war laut und deutlich. Einzig und allein die Drums hätten etwas differenzierter klingen können. Aber sonst hat der Ton voll meinen Geschmack getroffen.
Wer dieses Tour verpasst hat, sollte sich vielleicht 2009 vormerken: Paul Stanley kündigte ein Wiedersehen für nächstes Jahr an – unbedingt hingehen!
Eher schlecht gemachte Bilder vom Konzert gibt es hier! (Es wird Zeit, für eine neue Cam…)
Danke an die vier Herren für diesen bombastischen und beeindruckenden Abend – ihr habt mir gezeigt, wieso ihr Legenden seid!
Rock on! Anarch